MTM Audi Ur-RS6
Der Straßenegger
Muskelpaket wie bei Arnold Schwarzenegger, der ehemalige Mister Universum und jetzige Superstar amerikanischer Action-Filme, zeigt der Audi RS 6 von Tuner Mayer, welches Potential in ihm steckt.410 PS sorgen für überragende Fahrleistungen. "Hasta la vista, baby" – die wahre "Ähkschn", die du schon immer gesucht hast, kommt nicht aus Hollywood, sonder aus Bayern.
So etwas hat die Welt noch nicht gesehen. Die mächtigen Kotflügelverbreiterungen bieten jede menge Platz, und trotzdem scheint das Muskel-Shirt des "Sraßeneggers" in jedem Moment aus den Nähten zu platzen. Denn darunter befinden sich Felgen der Größe 8,5 x 18 Zoll von BBS, mit 245/40 x 18-Reifen. Obwohl sich diese Dimension noch relativ bescheiden ausnimmt, guckt man auf die Hinterhand: Dort stellen sich nämlich barbarische 12 x 18-Zoll-Felgen zur schau. Mit 325/30 x 18er Walzen. Wer da kein Respekt bekommt! Dass nicht nur heiße Luft in diesem Muskelapperat steckt, dafür zeichnet sich das Fitnesszentrum der Firma MTM (Motoren-Technik-Mayer) in Wettstetten bei Ingolstadt verantwortlich. Basisfahrzeug ist der Audi S4 Avant, der schon beileibe nicht mit einer schwachen Brust ausgestattet ist. Der brutale Eindruck des hinterher RS6 genannten Kraftprotzes wird durch eine Auspuffanlage, mit vier Endrohren, die aus einer geänderte Heckschürze wie Kanonenrohre hervorlugen und eine riesige Frontschürze, die fast nur aus großen, mit Maschendraht abgedeckten Lüftungslöchern besteht, unterstrichen. Im schönen Gegensatz dazu: die von Mayer entwickelten Außenspiegel im Miniformat. Der Schwarzenegger Kenner mag da an der Rolle Danny de Vitos erinnert sein, dem zu Fettansatz neigenden Zwillingsbruder aus dem Streifen "Twins". Im Innenraum ziehen blaue Ledereinlagen an Sitzen und Türverkleidung das Augenmerk auf sich. Dachhimmel und Seitenleisten gibt es in gibt es im schwarzen Alcantara. Um die vorhandenen 410 PS ausfindig zu machen, muss nicht lange gesucht werden. Das sozusagen legale Dopingmittel des "last action hero" bekam er in form eines großen Rennsport-Turboladers. Aber natürlich ist das nicht das einzige Aufbaumittel: Die Motorsteuerung besorgt ein neuer Chip, sozusagen ein kleiner "Terminator", der den muskulösen Körper ordentlich in Schwung bringt. Ein Luftfiltergehäuse aus Kohlefaser mit geänderter Luftführung sorgt für bessere Kondition, der bearbeitete Zylinderkopf für ein besseres Ansprechverhalten. Weitere Dopingmaßnahmen: getauschte Ein- und Auslaßnockenwelle und ein Abgaskrümmer mit geändertem Flanschbild vom legendären Audi S1. Damit bei solch brisanter Zusammenstellung und dem zu erwartenden Temperaturen nicht alles in Rauch aufgeht, kommt für eine besser Wärmeabfuhr der Ladeluftkühler vom Sport Quattro zum Einsatz. Außerdem wurde die Ölkühleranlage vergrößert. Größer Einspritzventile und Benzinpumpen mit mehr Durchsatz helfen, das Mehr an Luft mit den nötigen Benzinmengen zu versorgen .Die Muskelpartien wollen schließlich bei Laune und angenehmen Temperaturen gehalten werden. Aber nun zur "Ähkschn", wie "Arni" sagen würde. Im ersten Augenblick rollt der Straßenegger ganz behutsam an, der sich aufbauende Druck im Turbolader ist deutlich vernehmbar zu hören – er bereitet sich auf seine Bühnenauftritt vor und pumpt sich den Bizeps auf. Bei rund 3500 Umdrehungen der Kurbelwelle entlädt sich dann die barbarische Kraft, und der Fahrer könnte meinen, das typische "hasta la Vista , baby" irgendwo aus dem Off zu hören, bevor ein Gegner weggepustet wird. Dann muss er mühsam den rechten Arm nach vorne strecken, um die zweite Schaltstufe zu zünden. Die 100 km/h-Marke ist nach sage und schreibe 5,8 Sekunden durchbrochen. Blitzschnell geht es in den dritten, vierten, fünften Gang, und auch im sechsten Gang wird der Magen noch zusammengepreßt. Ohne das kleinste Beschleunigungsloch rast der Straßenegger in kürzester Zeit bis hin zur Höchstgeschwindigkeit von 298 km/h. Beim ralley racing-Sprint von 80 auf 180 km/h bleiben die Stoppuhren nach exakt nur 12,0 Sekunden stehen. (Womit er sich übrigens auf eine Stufe mit dem Mercedes Benz E60 von AMG stellt.) Und obwohl er immerhin eine Masse von 1740 Kilogramm mit sich herum schleppt. Ebenso überzeugend wie die Fahrleistungen ist auch der Geradeauslauf. Trotz seiner gigantischen Socken zuckt der bayrische "Terminator" nicht einmal bei Längsrillen. Querfugen stoßen allerdings deutlich spürbar durch. Das Koni-Fahrwerk kann auch auf Landstraßen, bis auf leichte Nick-Bewegungen bei Bodenwellen, überzeugen. Aber mit dem Druck auf das Gaspedal ist Vorsicht geboten: Setzt der Turbolader in der Kurve ein, drückt’s dem "Running Man" heftigst zum Außenrand. So viel Fitness hat auch natürlich ihren Preis: Zwar liegt der durchschnittliche Verbrennungswert bei akzeptablen 15 Litern Super Plus Benzin pro 100 Kilometer, bei richtiger "Ähkschn"-Fahrweise zieht sich das Triebwerk aber auch locker 20 l/100 km rein. Wären da nicht die Investitionskosten. Um es kurz zu machen: Sie verdoppeln in etwa den Preis des Basisautos. Eine Hollywood-würdige Gage, oder?
| Engine |
Row-five-cylinder-Turbo |
| Valves per cylinder |
4 |
| Displacement |
2226 ccm |
| Compression ratio |
9:1 |
| Performance |
410 PS (301 kW) 5900 U/min |
| max. torque |
2800 U/min |
| Performanceweight |
4,2 kg/hp |
| Power transmission |
Sixgear-control gear, all-wheel drive |
| Suspension |
Rundum Einzelradaufhängung, vorn an McPherson-Federbeinen und Dreiecksquerlenkern, hinten Doppellenker, Stablenker, Stabilisatoren;rundum innenbel. Scheibenbremsen, ABS |
| Wheels |
v. 8,5 x 18, h. 12 x 18 v. 245/40, h. 325/30 ZR 18 |
| Weight |
1740 kg |
| Fuel tank |
ca. 190 litres |
| Testconsumption |
15,0 l/100 km (SP) |
| 0-100 km/h |
5,8 s |
| 80-180 km/h |
12,0 s |
| Top speed |
289 km/h |
| Price |
ca. 110.000 EUR |
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